Sind Sie kompetent, Kinder zu erziehen? Sind Sie kompetent, ein Auto ‚unfallfrei‘ zu fahren? Sind Sie kompetent genug, Ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen? Woher wissen Sie, dass Sie für eine bestimmte Aufgabe kompetent (und bereit) sind?
Ganz klar: Wenn Sie in der Lage sind, eine gestellte Aufgabe in der dafür vorgesehenen Güte auszuführen. So definiere ich Kompetenz.

Gibt es für Führungskräfte gesonderte Kompetenzen, die sie brauchen, um zu einem guten Leadership beizutragen, die Nicht-Führungskräfte nicht besitzen?
Eigentlich nicht, denn und damit widerspreche ich wohl den meisten Experten: Führen kann jeder, wenn man ihm zeigt, wie es geht.

Arbeiten Sie mit Menschen – Partnerschaft

Damit sind wir bereit der ersten wichtigen Führungskompetenz eines führenden Menschen angekommen: Sehen Sie Menschen um sich herum als Partner, nicht als Gegner und nicht als unmündige Zeitgenossen, um die Sie sich ständig kümmern müssen. Doch genau diese Einstellung wird so manch neuer Führungskraft heute noch in Seminaren beigebracht. Es wird ihnen nicht gezeigt, wie sie die Führung auf mehrere Schultern verteilen, sondern wie sie sich immer mehr Aufgaben aufladen. Dies machen sie dann solange, bis sie daran zerbrechen. Genau das sollte jedoch Bestandteil eines guten Coachings für Führungskräfte sein: Wie Sie lernen, bewusst zu führen, die allen Beteiligten guttut.

Wenn Sie Ihre Mitarbeiter nicht mit in die Führung bzw. Teilgebiete der Führung einbeziehen, dann werden sie Sie ignorieren. Was es Ihnen erschwert, sie zu überzeugen und sie werden nicht mit Ihnen reden, sodass Ihnen die Rückmeldung fehlt. Verlieren Sie diese Führungskompetenz, so haben Sie bei den nächsten beiden Führungskompetenzen – überzeugen und zuhören – keine Chance mehr, ohne es geahnt zu haben. Siehe an dieser Stelle auch meinen Artikel: Warum Führungskräfteentwicklung so wichtig ist.

Hören Sie zu?

Sie können nur unter zwei Bedingungen zuhören: Wenn Sie ein ehrliches Interesse an anderen Menschen haben und wenn Ihnen Ihre Mitarbeiter etwas sagen (wollen) – damit Sie davon Kenntnis haben. Beide Bedingungen würden nicht real sein, was Sie davon abhält, ein Vorbild führe Mannschaft zu sein. Denn ein aufrichtiges Interesse an der Meinung Ihrer Mitarbeiter zu haben fußt darauf, dass Sie sie für voll nehmen und gemeinsam mit ihnen arbeiten. Das mag auch der Unterschiede von Kindern mit nur einem Elternteil sein, verglichen mit Kindern, die beide Elternteile besitzen. Alleinerziehende nehmen – meistens – ihre Kinder eher in die Pflicht und übertragen ihnen schon früh Verantwortung, wodurch sie sich eher wie gleichrangige Partner fühlen. Anders als bei Kindern, die zwei Elternteile haben. Dort ist es – meistens – üblich, dass beide Eltern die Verantwortung von den Kinder zurückhalten, weil sie zu zweit sind. Dies ist weder fix, noch eine feste Regel, sondern ein Ergebnis meiner Erfahrung sowie meiner Beobachtung.

Denn gerade als Alleinerziehender ist das eigene Kind nicht nur Kind, sondern auch der erste Ansprechpartner. Und je intensiver wir uns mit einem anderen Menschen beschäftigen, desto stärker wird die Partnerschaft.
Haben Sie als Führungskraft ehrliches Interesse an der Meinung Ihrer Mitarbeiter, dann deshalb, weil Sie sie als Bestandteil moderner Führung verstehen. Sie wollen wissen, was sie denken und was ihre Erlebnisse, sie zu glauben gelernt haben. Denn gerade als Führungskraft können Sie noch so viele Kompetenzen besitzen, wenn Sie nicht durch Rückmeldungen Ihrer Mitarbeiter wissen, wie die alltäglich Arbeit derer ist und mit was sie womöglich zu kämpfen haben, treffen Sie Entscheidungen, die sich auf dem Papier doll Lessen lassen, aber in der Realität nichts verändern. Aus dem einfachen Grund, dass Ihnen niemand etwas erzählt.

Richtige Kommunikation verbindet und überzeugt

Um als kompetent zu gelten, müssen Sie nicht mehr reden, sondern Sie müssen wissen, was und warum Sie reden. Die meisten Führungskräfte schläfern ihre Kollegen ein mit schier endlosen Monologen und Fachwörtern. Gääähnend langweilig!
Im Punkt eins (Arbeit Sie mit Ihren Mit-Arbeiten) habe ich Ihnen beschrieben, dass wenn Sie Ihre Mitarbeiter nicht mit in die Führung einbinden, es Ihnen schwermachen wird, gerade diese Menschen von einer Ihrer Ideen zu überzeugen. Denn wie wollen Sie Menschen von etwas überzeugen, die Ihnen fremd sind. Wie wollen Sie diese Menschen anleiten, ihr Beste zu geben, ohne ihre Stärken und Schwächen zu kennen? Nur, wenn Sie ein ernsthaftes Interesse an anderen Menschen haben, lernen Sie sie kennen.

„Sie können leicht Menschen von einer bestimmten Richtung / Idee überzeugen, wenn diese von sich aus in eine solche Richtung gehen wollen!“
Was genau heißt das für Sie? Angenommen, Sie wären Personaltrainer und wüssten, dass ein Bekannter von Ihnen perspektivisch abnehmen möchte, weil er im Sommer einen Aktivurlaub mit seiner Frau unternimmt. Es fällt Ihnen folglich sehr leicht ihn von der eigenen Dienstleistung zu überzeugen, da dieser Mensch von sich aus bereits in diese Richtung hat gehen wollte. Ja, zu diesem Mehrwert einer vertrauensvollen Beziehung gelangen Sie nur dann, wenn Sie den anderen kennen! Diese Art der natürlichen Überzeugung (Inspiration) scheitert, wenn Möglichkeit und Notwendigkeit für den anderen nicht bestehen.

Es geht also nicht darum, jemanden von einer Idee zu überzeugen, die ihm nichts bringt, sondern jemanden von etwas zu überzeugen, für dass er sich bereits entschlossen hat!

Lernen Sie

Hören Sie nie auf, zu lernen! Sie werden immer etwas dazulernen können und es ist Ihre Aufgabe, dem gegenüber offen zu sein. Denn je mehr Sie lernen, desto demütiger sind Sie Ihren eigenen Fähigkeiten und Kenntnissen gegenüber.

Und? Wie kompetent schätzen Sie sich jetzt ein?


Christian Walter Hinze

Wenn Sie anders handeln wollen, müssen Sie zuerst anders denken wollen. Es ist mein Bestreben: Ihnen zu zeigen, was Ihnen fehlt, damit Sie das bekommen, was Sie bekommen wollen. Es ist ein Mythos zu glauben, dass Sie anders handeln könnten, ohne anders zu denken. Das geht nicht! Wenn Sie anders handeln wollen – Denken Sie anders. Wer das nicht tut, verschwendet nicht nur seine wertvolle Zeit, sondern auch sein Geld.

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